Crimson Peak

Kritiken / 17. Dezember 2015

CrimsonPeak3Crimson Peak

Eigentlich mag ich Guillermo del Toro und ich freue mich auch ehrlich, wenn er ein neues Projekt anfängt. Egal ob als Regisseur, Drehbuchautor oder Produzent, er war wirklich schon an einigen sehr guten Filmen beteiligt (The Devil’s BackbonePan’s LabyrinthCronos). Trotzdem: er war auch schon an einigen echt schlechten Filme beteiligt (Don’t Be Afraid of the DarkPacific RimMama).

Trotzdem schätze ich ihn als Filmemacher, ich war nur leider ziemlich enttäuscht, als er sich für 2015 ausgerechnet eine Oldschool- British- Ghost- Haunted Castle- Geschichte ausgesucht hat. Die waren früher mal sehr populär und gut, mittlerweile interessieren Kostümfilme in einer schaurigen Umgebung kaum jemanden mehr. Viel zu wenig brutal, viel zu romantisch, viel zu actionlos.

Die ersten Bilder und Teaser bzw. Trailer ließen leider dasselbe vermuten: hier kommt viel fürs Auge daher, für den Rest eher Langeweile.

Neuengland, irgendwann um 1900. Edith (Mia Wasikowska) ist gerade mit ihrem frischvermählten Ehemann Thomas (Tom Hiddleston) nach Crimson Peak gezogen. Wäre alles sicherlich romantisch, wenn die Bude nicht vollkommen morsch und abgefuckt wäre und die höchst eigenartige Schwester Lucille (Jessica Chastain) nicht mit eingezogen wäre. Ist allerdings das Familienhaus des schrägen Geschwisterpaares. 

Zuhause in Buffalo hatte man die junge Gruselschreiberin noch gewarnt – irgendwas stimmt mit dieser Familie Sharpe ganz und gar nicht. Es ist für Edith, die felsenfest an Geister glaubt ganz und gar nicht schlimm hin und wieder von Untoten besucht zu werden, aber was da in Crimson Peak abgeht, macht sogar ihr Angst und wie besessen macht sie sich auf die Suche nach der Ursache diverser Erscheinungen, Geräusche und kryptischer Aussagen, die sowohl Thomas, als auch Lucille von sich geben…

Wer sich nicht an dem Gothic Style, dem Kostümbild oder der ausgeprägten Mise en scène ergötzen kann, wird bald gähnen und sich sehr oft bestätigt fühlen, denn leider ist del Toro’s neueste Geschichte in erster Linie vorhersehbar. Wer nicht neu im Gruselfilmgenre ist, hat die eigenartige Beziehung der beiden Geschwister bald durchschaut und schüttelt die restliche Zeit nur noch den Kopf, wie man so einfältig wie Edith sein kann. Manchmal wünscht man sich sicherlich auch weniger Kleidung beim Jugendfreund Dr. Alan McMichael (Charlie Hunnam). Das sollte allerdings nicht vorkommen, wenn der Film eher die Spannung des Zusehers anpeilt.

Wer auf der Suche nach einigen positiven Aspekten ist, wird sicher welche finden, wer sich gruseln und 159 Minuten gespannt sein will, spart sich lieber die Zeit.

Empfehlung für Ästhetikfans: ja.

Empfehlung für Genrefans: nein.1280x720-62y











Previous Post

Dark Places

Next Post

Home Alone





0 Comment


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


More Story

Dark Places

Dark Places Gillian Flynn wird einem ohne ein (genauer gesagt: zwei) (Stich)wörtern nicht viel sagen. Insofern: Gone Girl....

16. December 2015