Dark Places

Kritiken / 16. Dezember 2015

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Gillian Flynn wird einem ohne ein (genauer gesagt: zwei) (Stich)wörtern nicht viel sagen. Insofern: Gone Girl. Gillian Flynn ist verantwortlich für Finchers letzten (unerwartet guten) Thriller. Generell finde ich ihre Bücher nicht schlecht – sie selbst finde ich hingegen furchtbar.

Grundsätzlich hat die Dame alles, was für einen Hit á la „von 0 auf 100“ notwendig ist. Sie ist hübsch, sie ist eine Frau, sie schreibt gute Bücher. Leider ist sie zum Davonlaufen, sobald sie den Mund aufmacht und antwortet auf Fragen ziemlich wirres, unglaubwürdiges Zeug. Diesen Eindruck habe ich zumindest, nachdem ich einige Interviews mit ihr gesehen und gelesen habe.

Fast so unsympathisch wie sie, sind die Frauen in ihren Büchern. Unsympathisch, gestört, wütend, mörderisch. Nicht wirklich tiefgründig, dafür tief in ihrem Hass. Was bei Gone Girl funktioniert hat, war vorher schon in ihrem Buch Dark Places da, nur war das nicht so erfolgreich.

Womöglich wurde Dark Places deswegen fast ohne aufzufallen ebenfalls verfilmt und ist bis heute nicht in den deutschsprachigen Kinos erschienen (und wird es wohl auch nicht). Dabei kommt die Besetzung nicht weniger prominent daher.

Libby Day (Charlize Theron) wächst in den 80ern auf und ist mit einer finanziell ziemlich im Rückstand stehenden Mutter (Christina – my tits are responsible for ‚Mad Mens‘ success – Hendricks) mit 3 weiteren Kindern gesegnet. Obwohl es oft alles andere als lustig zuhause zugeht, gibt es genug Familien, denen es schlechter geht.

Bis eines Tages jemand in das Haus einbricht und bis auf Libby und Bruder Ben (Corey Stoll) alle bestialisch abschlachtet. Das kommt definitiv nicht so oft vor. 

Libby gibt im Kindesalter an, es sei der eigene Bruder gewesen, ist aber irgendwie nicht zu 100% davon überzeugt und gibt sich seither dem Suff, Drogen und sonstigem Bullshit hin. Die nettgemeinten Spenden von schockierten Reichen, die ihr immer mal einen Scheck zukommen haben lassen, sind längst aufgebraucht und bald steht die nächste Miete an.

Wie praktisch, dass sie genau in diesem Moment ein Brief eines gewissen Lyle (Nicholas Hoult) erreicht. Lyle hätte gerne mehr Infos zu der Nacht in den 80ern und ist bereit dafür auch eine nette Summe Geld zu bezahlen.  

Libby reist folglich mit Lyle und seinem Club für Hobbydetektive (gedanklich) in die Vergangenheit und es wird immer deutlicher, dass sehr viele Dinge aus dieser Nacht keinen Sinn ergeben. Ben will auch nicht klar sagen, ob er nun gerechtfertigt sitzt oder nicht, aber warum sollte er freiwillig zig Jahre im Gefängnis verbringen? Und welche Rolle spielt dabei eigentlich diese Diondra (Chloë Grace Moretz)? Und Satan?

Dark Places switcht von Anfang an zwischen Gegenwart und Vergangenheit hin und her. Erinnerungen an die damalige Horrornacht werden mit diversen gestörten Existenzen in der Jetztzeit in Verbindung gebracht und bevor die große Auflösung präsentiert wird, soll man eifrig mitraten.

Tut man nur leider nicht.

Was (sowohl im Buch als auch im Film) bei Gone Girl großes Manko ist, erweist sich auch bei Dark Places als nicht förderlich: Flynn’s Charaktere sind viel. Böse, abgefuckt, kaputt, das Gegenteil von liebenswert…Viel. Aber nicht tiefgründig. Da kann sich Theron noch so bemühen, viel bleibt einfach nicht hängen. Man wird nicht mitgerissen, man fiebert nicht mit, man bleibt stiller Beobachter und letztendlich emotional so stark beteiligt, wie sämtliche Charaktere zusammen tiefgründig sind: gar nicht.

Dark Places überzeugt weder mit einer starken Story, noch mit bemerkenswertem Schauspiel. Es fehlt an Tiefe und Substanz, Spannung und Thrill. Und wenigstens eine dieser Eigenschaften sollte ein guter Thriller vorweisen. Nicht wahr?

Empfehlung: nein.chloe2











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