The Gallows

Kritiken / 15. Dezember 2015

TheGallows_SBgr5Horrorfilme, die auf dem Found- Footage Prinzip basieren, haben meistens Eines gemeinsam: sie sind schlecht. Richtig schlecht. Und mit der richtigen Kamera- Wacklerei wird einem auch körperlich schlecht. Richtig schlecht.

„Aber was ist mit dem Blair Witch Project?“ werdet ihr sagen.

„Genauso schlecht!“ sage ich.

Wobei zugegebenermaßen die PR- und Marketing Maschinerie beim BWP tatsächlich gut war. Angeblich gibt es immer noch Leute, die „der Film wurde wirklich so gedreht, das sind keine Schauspieler und die Blonde da ist seither echt verschwunden“ etc. glauben. Es gibt allerdings auch Leute, die an Engel und Trolle glauben. Das aber nur nebenbei.

Found- Footage soll einem in erster Linie das Gefühl geben, dass alles möglicherweise wirklich so passiert ist und von Menschen wie du und ich so mitgefilmt wurde. Das Gefühl soll einem aber auch der Satz „The following movie is based on true events“ geben. Und Jonathan Frakes, wenn er schlecht deutsch synchronisiert am Ende von X- Factor verkündet: „ja, richtig! Ungefähr so etwas ist ungefähr oder zumindest so ähnlich irgendwann, irgendwo in der Nähe von Seattle im Jahr 1450 passiert!“

The Gallows soll in erster Linie jüngerem Publikum zwischen 15 und 19 vermitteln „Hey, sowas kann auch an deiner Schule passieren. Ihr habt doch auch eine Theatergruppe. Und ihr habt doch auch einen von allen geliebten Schönling, der sich ausgerechnet in die Theater-Nerd-Lady verknallt. Und ihr habt doch auch super Handies mit super Kamera (inkl. Nightmodus), die wider der Realität durchgehend Akku, dafür aber nie Netz haben. Vielleicht ist auch euer nächstes Theaterstück verflucht und sucht euch heim, wenn ihr mal wieder nachts ins Schulgebäude einbrecht. Booooo!“

So sarkastisch das alles klingt – viel mehr ist es aber leider nicht. Der Geist des beim vor 20 Jahren tragisch während der Vorstellung verstorbenen Jim oder John oder Ben (irgendein 0815- Ami- Name eben) sucht den Schönling Jack oder Thomas oder Bill und seine Freunde heim, als sie um eine Blamage (Schönling kann seinen Text nicht) zu verhindern, in den Turnsaal/ Aufführungssaal der Schule einbrechen, um die Deko zu zerstören (ohne Deko, keine Aufführung- ist doch klar). Der Freund vom Schönling filmt alles mit. Wer will schon Einbruch begehen, wenn er es nachher nicht genau beweisen kann.

Vorhersehbar, langweilig, schlecht geschauspielert, nervtötend und mehr als verzichtbar. Nachdem das wohl zu lange für den deutschen Titel auf deutschen Kinoplakaten ist, blieb The Gallows auch in den deutschsprachigen Kinos The Gallows.

Gras beim Wachsen zuzusehen hat nicht nur mehr Sinn, es bringt auch ganz sicher mehr Unterhaltung.

Empfehlung: 0. the-gallows











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