The Conjuring

Kritiken / 9. März 2014

The Conjuring, ein Horrorfilm aus dem Jahr 2013 unter der Regie von James Wan über eine Familie, die im neu gekauften Haus den blanken Horror erlebt, weil sich verstorbene Seelen und Dämonen weigern aus diesem auszuziehen.

Das Waisenhaus (2007)
The Grudge (2004)
Der verbotene Schlüssel (2005)
The Amityville Horror (1979, 2005, 2011)
Das Geisterschloss (1999)
Insidious (2010)
Dark Water (2005)
ParanormalActivity (2007)
Poltergeist (1982)
The Shining (1980)

Filme um oder über oder mit Häusern/ Wohnungen, welche von paranormalen Aktivitäten, sprich Geistern und Dämonen heimgesucht werden, gibt es wie Sand am Meer und jedes Jahr wird mindestens ein neuer darüber veröffentlicht. Die meisten gipfeln in einem gruseligen Showdown Mensch gegen Übersinnliches, der oftmals schlecht, überwiegend allerdings gut ausgeht.
Der Bedarf an gruseligen Heimen, welche die ahnungslosen Mieter bis zum Rande des Wahnsinns treiben, ist noch lange nicht erschöpft – heute noch gehen Menschen, echte Menschen, mit ihren Spukgeschichten an die Öffentlichkeit und erzählen von in die Luft gehobenen Kühlschränken, zuknallenden Türen und schrecklichen Geistererscheinungen.

James Wan, den wir in erster Linie mit der Kultserie Saw verbinden, geht von Anfang an richtig an sein neuestes Werk heran. Er mischt Bewährtes, Altes, mit dem Dauerbrenner „Basierend auf einer wahren Geschichte“ und zeigt im Trailer genau so viel, dass es den Zuseher schaudert und man Lust auf mehr bekommt, aber auch genau so wenig, dass der Zuschauer dann während des Films so richtig unerwartet und nichtsahnend erschreckt werden kann.1971 ziehen Carolyn (Lili Taylor) und Roger Perron (Ron Livingston) mit ihren fünf Töchtern in ein altes Farmhaus in Harrisville in Rhode Island. Schon nach der ersten Nacht muss Mutter Carolyn feststellen, dass Einiges so gar nicht stimmt: Blutergüsse an mehreren Körperstellen, der Hund tot vor dem Haus, Bilder die von Wänden krachen, die Kinder, die Geisterwesen sehen, stinkende paranormale Auftritte und Geräusche, wo es eigentlich still sein sollte.
Ed (Patrick Wilson) und Lorraine Warren (Vera Farmiga) sind im ganzen Land als Geisterjäger bzw. Geisteraustreiber bekannt. Carolyn bittet die Beiden zu Hilfe und wenig später befindet sich die gesamte Familie inmitten einer Mischung aus Exorzismus, Besessenheit, schrecklichen vergangenen Ereignissen, welche in die Gegenwart verlagert werden und schlussendlich die Feststellung, dass es Gott gibt.
Und viel schlimmer: Satan und seine Jünger gibt es auch.

Um die große Frage gleich zu beantworten: The Conjuring ist ein ausgezeichneter Horrorfilm! Wan beherrscht das Handwerk, Zuseher mit kleinen Effekten, etwa quietschenden Türen oder stehenbleibenden Uhren, genauso zu schocke als auch mit starken Effekten wie monströse Geisterwesen oder aufwändige Exorzismusaktionen.
Was Wan darüber hinaus auch schafft, und das muss ihm an dieser Stelle eigentlich besonders hoch angerechnet werden: in keiner Minute des Films erscheinen die „auf wahren Begebenheiten“ basierenden Momente unrealistisch zu wirken. Grund dafür sind einerseits die stark ausgeformten Charakterstrukturen, die identifizierbare Personen, sowie nachvollziehbare Emotionen darstellen, aber vor allem die vielen Filmminuten, welche Wan bewusst nicht dem verfluchten Haus, sondern dem Ehepaar Ed und Lorraine widmet und in aller Ruhe ihre Arbeit, ihr Museum des Schreckens, aber vor allem auch ihre Menschlichkeit zeigt.
Ed und Lorraine Warren sind in europäischen Kreisen nahezu unbekannt. In Amerika sind sie Volkshelden der 70er Jahre und waren bei so ziemlich allen schlimmen Geschichten (bekanntestens Beispiel: Amytiville) live vor Ort. Sämtliche Requisiten, welche Wan gekonnt mehr oder weniger stark darstelt – so auch die besessene Puppe Annabelle – gab und gibt es wirklich, von dem Ehepaar ist leider nur noch Lorraine am Leben.
Quelle

Dass Horrorfilme zu den schwierigsten Filmgattungen gehören und im seltensten Fall ein großes Publikum begeistern, hat heuer bereits Andrés Muschietti mit Mamá bewiesen. Gut gemeint alleine ist nun mal zu wenig, umso mehr muss man hier The Conjuring empfehlen.

Wan schafft geschickt den Spagat zwischen wahrer Begebenheit und unglaublicher Wahrnehmung und räumt den 112 Minuten genug Platz ein, um zwischen den Zeilen zwei realen Menschen seine Hochachtung und seinen Respekt zu erweisen, ohne auch nur einmal ins Theatralische zu kippen, was man zugegebenermaßen auch auf das ausgezeichnte Schauspiel von Farmiga und Wilson zurückführen muss.

The Conjuring unter der Regie von James Wan, ist der beste Horrorfilm innerhalb der ersten 8 Kinomonate des Jahres 2013 und hat gute Chancen, der beste des ganzen Kinojahres zu werden. Horrorfans finden vom klassischen Tischchenrücken bis zum fliegenden Monsterdämon alles und können mehr als nur 3mal zusammenzucken, wenn mal wieder etwas von der Decke fällt oder die Dunkelheit mitten am hellichten Tag hereinbricht.
Vielleicht ist das eigenartige Knarren in den eigenen vier Wänden doch mehr als nur die Heizungsrohre oder eine morsche Diele. Nach diesem Film wird sich das wohl die Mehrzahl der Zuseher gedacht haben…

Ansehen!











Previous Post

Rise of the Animals

Next Post

Deliver Us From Evil





0 Comment


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


More Story

Rise of the Animals

Ich weiß nicht genau, was ich gerade gesehen habe und vielleicht ist das auch besser so. Zu dieser Perle der Film- Trailer-...

9. March 2014